karpatenflecken – eine Weiterspielen-Neuproduktion der Fassung des Deutschen Theaters Berlin
In einem „Wurzelort" in den Karpaten treffen aufeinander: Tochter, Mutter, Großmutter. Drei Schauspielerinnen suchen in unterschiedlichen Sprachen und Dialekten Verständigung – auch Zipserisch, Hackbrett und Chorgesang gehören zu ihren Ausdrucksmöglichkeiten. Es sind deutsch-österreichisch-ungarisch-rumänische Biografien und Schicksale, eingelassen in die politischen Verschiebungen und Gewaltgeschichten der Jahrhunderte. Mit seinen knapp-präzisen Dialogen entfaltet Autor Thomas Perle einen großen historischen Bogen, von der „teitschen" Einwanderung in die Region während des 18. Jahrhunderts über den Nationalsozialismus, den Sturz Ceaușescus und die Sehnsucht nach einem anderen Leben im Westen. Und auch Berg und Wald kommen zu Wort.
„»karpatenflecken«, das Siegerstück des Retzhofer Dramapreises 2019, ist auf den ersten Blick eine Familiengeschichte. Aber zugleich eine raffinierte Europa-Reflexion. Thomas Perle porträtiert drei Generationen: Großmutter, Mutter, Tochter. Sie gehören einer deutschen Minderheit an, deren Vorfahren sich im 18. Jahrhundert im Norden Rumäniens angesiedelt haben. Sie haben Nationalismus, Ausländerfeindlichkeit und Diskriminierung erfahren. Und fragen sich: Wo gehöre ich hin? Was nicht so einfach zu beantworten ist, wie rechte Politiker es gerne hätten. Perle weiß, wovon er schreibt; er ist 1987 in Oberwischau geboren und 1991 mit seiner Familie nach Deutschland emigriert. Er kennt den Ort, dem er auf der Bühne ein zweites Leben schenkt. Zugleich ist »karpatenflecken« ein souverän-polyphones Sprachkunstwerk – künstlich und organisch, poetisch und doch bodenständig zupackend. Der altösterreichische Dialekt Zipserisch klingt wie erfunden – und ist doch echt." – Karin Cerny, Jury-Begründung für den NESTROY-Theaterpreis (2023)
Der Verein Weiterspielen Productions e. V. verfolgt das Ziel, bemerkenswerte Inszenierungen von großen Stadt- und Staatstheatern zu „retten". Diese werden mit mal mehr, mal weniger Aufwand neu produziert und gastspieltauglich gemacht. Die erfolgreiche Uraufführungs-Inszenierung von András Dömötör am Deutschen Theater Berlin mit den Schauspielerinnen Judith Hofmann, Isabel Schosnig und Julia Windischbauer wird hier in der Original-Ausstattung als freie Produktion zu neuem Leben erweckt und adaptiert. Mit dieser Neuproduktion gelingt – wie schon im Februar dieses Jahres bei der Inszenierung von Thomas Bernhards „Das Kalkwerk" im Stadttheater – endlich die oberösterreichische Erstaufführung als Rahmenprogramm zur communale oö 2026 in Gmunden.
- Besetzung: Judith Hofmann, Isabel Schosnig, Julia Windischbauer
- Regie: András Dömötör
- Bühne und Kostüme: Sigi Colpe
- Musik: Tamás Matkó
- Video: David Benjamin Schulz
Zusammenfassung erstellt mit künstlicher Intelligenz
Quelle: traunsee-almtal
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